Neurechte Pop-Lektüren. Eine Replik
von Nicolai Busch
29.11.2021

Warum der Reaktionär ein Fantast ist und auch als solcher analysiert werden sollte

Die gerade erst anlaufende wissenschaftliche Auseinandersetzung zum Thema ›neurechter Literaturrezeption und -politik‹ folgt bereits jetzt einem Muster: Wer derzeit erforscht, was, wie und zu welchem Zweck die Neue Rechte[1] liest, kommt früher oder später zu dem Ergebnis, dass sie dies auf eine ›vereindeutigende‹ Weise tue. Von einem engagierten »Lesen mit dem Bauch«, das den »ästhetischen Eigenwert« literarischer Texte auf einen »politischen Klartext«[2] reduziere, sprachen unlängst Erika Thomalla und Mladen Gladić in ihrem Merkur-Beitrag Literatur als Klartext. Wie Rechte lesen. Dass Christian Kracht nach neurechter Lesart sein »spielerisch Unspefizische[s]«[3] verliere, argumentieren ähnlich Matthias N. Lorenz und Christine Riniker in einem aktuellen Aufsatz. Die Texte und Inszenierungen des Autors würden in ihren »unterschiedlichen Graden zwischen ironischer (Über-)Affirmation und der Uneigentlichkeit romantischer Ironie«[4] von Rechten schlichtweg ignoriert oder nicht verstanden, so die Kracht-Forscher:innen. Eine »unbekümmert einseitige Rezeption« und »kitschverdächtige[n] Biographismus«[5] erkannte wiederum Jonas Meurer in der ›Lesebewegung‹ um den Antaios-Verleger Götz Kubitschek, während zumindest Torsten Hoffmann ein neurechtes Interesse für kunstautonome Denkfiguren wie das ›Erhabene‹ herausgearbeitet hat: »Man kokettiert mit dem Ideal einer autonomen Kunst, die es gegen die ideologischen Übergriffe der political correctness und der cancel culture zu verteidigen gelte – und instrumentalisiert gleichzeitig die vermeintlich autonomen Werke zu einer ›reaktionären Instanz‹, die gegen eine liberale Gesellschaft in Stellung gebracht wird«.[6]

Auffällig häufig – bei Thomalla & Gladić, Lorenz & Riniker und letztlich auch bei Hoffmann – folgt auf die Verurteilung der neurechten Vereindeutigung die energische Forderung, »die Grundformen ästhetischer Erfahrung gegen die rechtspolitische Landnahme zu verteidigen«.[7] Sogar mit einer Warnung enden die Merkur-Autor:innen: »Wer […] literarische Texte als Pamphlete liest, wiederholt […] das Spiel der neurechten Leserschaft mit umgekehrten Vorzeichen«.[8] Nicht nur werden damit die zuvor noch gegen eine rechte Vereindeutigung verteidigten Eigenwerte der Kunst im Sinne einer ›nicht-rechten‹ (sprich: liberaleren, ethischeren etc.) Kunstvorstellung wiederum vereindeutigt. Auch muss, damit dies gelingen kann, der entsprechenden Literatur wirklich jegliche politisch engagierte Wirkungsweise und im Umkehrschluss jeder neurechten Politik jede uneindeutige Ästhetik abgesprochen werden. Die hieraus ableitbare Formel würde einstige konservative Kunstautonomie-Verfechter wie Karlheinz Bohrer, aber ebenso aktuelle links-identitätspolitische Autor:innen zumindest verwundern: Rechts = Engagierte, vereindeutigende, gesellschaftsorientierte, identifizierende Lektüre vs. Links = Unengagierte, ambiguitätsfokussierte, werkimmanente, überzeitliche Lektüre.

Es lässt sich eindrücklich am jahrelangen Umgang des Sezessions-Umfelds mit unterschiedlichen Generationen der ›Popliteratur‹ zeigen, dass die Sache komplizierter ist. Texte von Christian Kracht, dem Autorenkollektiv Tristesse Royale oder dem Autor Leif Randt rezipiert der Sezessions-Kreis zwischen 2007 und 2020 tatsächlich weniger als eindeutig politische Handlungsanweisung, sondern vor allem als ästhetische Modellierung der eigenen widersprüchlichen Situation. »Was wir heute brauchen«, so Kubitschek bereits 2008, »ist ein Bild, ist eine Gestalt, in der sich unser Dilemma bündelt: das Dilemma, ohne Zuspruch der Masse und ohne revolutionäre Situation dennoch die Notwendigkeit politischen Handelns als geradezu körperlichen Schmerz zu spüren«.[9] Obschon es die eindeutige Strategie der Neuen Rechten ist, einen eindeutig anti-liberalen Systemwandel einzuleiten, bezieht sie gerade aus der Uneindeutigkeit dieses Dilemmas ihre anarchische und zersetzende Energie. Bereits im Wilhelminischen Kaiserreich entdecken Sezessions-Autor:innen mit Nietzsche und Simmel den ursprünglich romantischen, »immer weiter klaffenden Abgrund zwischen der Kultur der Dinge und der der Menschen«,[10] dessen Unüberwindbarkeit die Grundlage ihres Krisen-Narrativs bildet.[11] Die bis heute anhaltende »Strahlkraft«[12] der Konservativen Revolution, der es ebenso wenig wie der Lebensreformbewegung gelungen ist, Mensch und Kultur zu versöhnen, liegt für Kubitschek explizit in ihrem Scheitern: Nicht die eindeutige Gewissheit der realistischen Möglichkeit einer völkisch-antiliberalen Utopie, sondern ihre spätestens durch Hitler historisch bewiesene Unmöglichkeit bzw. ihr bis 1933 unbefleckter ›Fiktionsstatus‹ bildet den Antrieb neurechter Gesellschaftsvisionen.[13] Das ästhetisch-fiktionale Experiment der Literatur inspiriert die Neue Rechte daher gerade in seiner eigengesetzlichen Zwecklosigkeit zum »nutzlose[n] Dienst« an der unmöglichen Staatsfantasie. »Die Fähigkeit, immer wieder voraussetzungslos über Tun und Lage nachzudenken«, das heißt, die faktischen Normgrenzen der verfassungsgegebenen demokratischen Realität fiktional auszureizen, »ist die Grundlage des [neurechten] Widerstands«.[14]

›Die Nicht-Wiederherstellbarkeit des Deutschen‹ – Neurechte Christian Kracht-Lektüren 

Die seit den späten 2000er Jahren verstärkte Kracht-Lektüre des neurechten Milieus setzt rezeptionsästhetisch hier an. Anfänglich sind es dabei nicht Krachts Romane, sondern dessen gemeinsam mit dem Komponisten David Woodard initiierten Kulturprojekte in Nueva Germania, einer von Elisabeth Nietzsche und Bernhard Förster 1886 gegründeten, deutsch-eugenischen Kolonie in Paraguay, die im Sezessions-Umfeld auf Interesse stoßen. Bereits 2004 hatten sich zwischen Kracht und Woodard E-Mailgespräche über die Überreste der Kolonie ergeben,[15] bevor der spätere Sezessions-Stammautor Martin Lichtmesz 2007 beide für das Magazin Zwielicht interviewte. Was Woodard, Kracht und Lichtmesz – unabhängig von unterschiedlichen politischen und ästhetischen Zielen – gemeinsam an Nueva Germania fasziniert, ist dabei zweifellos ein »Zwiespalt zwischen fantastisch-überspannten Träumen und dem Zusammenprall mit der banalen Wirklichkeit«.[16] »Kaum i[m] […] harten, zähen […] Dschungel angekommen, zerplatzten die Träume, starben die nordischen Visionäre dahin. Förster beging Selbstmord, Elisabeth kehrte nach Deutschland zurück, um ihren kranken Bruder zu pflegen und seinen Nachlass zu okkupieren, während die Siedler ihrem Schicksal überlassen blieben und sich schlecht und recht durchschlugen«, schreibt Lichtmesz später und zeigt sich begeistert darüber, dass Kracht dem »jämmerlich gescheiterten, arischen Utopia«[17] auch in Imperium (2012) weiter nachspürt. Die »makabre Tragikomik der Nietzsche-Förster-Utopie« sieht der neurechte Autor in Krachts »bizarre[r] Geschichte des ›Kokovoristen‹ August Engelhardt«[18] motivisch fortgesetzt und präzisiert seine Deutung folglich: Gerade nicht, weil Imperium eindeutige nationalistische oder rassistische Ideale enthielte, sondern weil hier erneut die historisch-deutsche Hoffnung auf den »großen alternativen Entwurf«[19] kategorisch enttäuscht wird, kann sich Lichtmesz mit dem Roman identifizieren. »Hier ist ein Autor«, so auch Götz Kubitschek in seiner Rezension des Textes, »der das Deutsche in den Entwicklungssträngen suchte […], zu jener traurigen Heiterkeit vorgestoßen, die das Ende aller Bemühungen kennzeichnet. Man hat das Thema ausgelotet, man hat geprüft, ob es noch Wege in die Tiefe gebe. Es gibt sie nicht mehr«.[20] 

Das durch die Kracht-Forschung vielfach als postmoderne Kreisbewegung um ein ›leeres geschichtliches Zentrum‹ beschriebene Romanverfahren[21] wird bei Lichtmesz und Kubitschek somit zwar zu einer nationalistisch motivierten, aber da die ersehnte Nation bewusst unwiederbringlich ist, kaum weniger uneindeutigen Sehnsuchtshaltung umgemünzt. Die Instrumentalisierung von Text und Autor zu Zwecken eines eindeutig angestrebten Systemkollaps, wie es Lorenz & Riniker als typisch für die neurechte Lesart ausmachen,[22] mag zwar letztendlich das Ziel sein, geschieht aber dennoch im Krachtschen Modus einer ironischen Perspektive auf deutsche Geschichte. Indem Krachts Imperium-Protagonist Engelhardt aus neurechter Sicht »den Korrekturversuch einer ganzen Epoche (deutsche Reformbewegung, Wandervogel, Avantgarde, Antimoderne, Romantik, Zivilisationskritik) […] in sich bündelt und […] an sich selbst erprobt«,[23] anstatt ihn wirklich zu realisieren, vollzieht dieser die ironische Aporie jeder konservativen-revolutionären Bewegung und wächst geistig-politisch an ihr. Die ›Nicht-Wiederherstellbarkeit des Deutschen‹, wie sie nach Kubitschek Krachts Protagonist, aber auch Ernst Jünger erfahren musste, lässt den neurechten Helden »auf verlorenem Posten«[24] zurück, von wo aus er den »amerikanischen Einheitsbrei«[25] abwartend ausharrt und zu neuen Staatsfiktionen ansetzen kann. Die ›melancholische, erhabene Heiterkeit‹, welche diesem Zustand zukommt und die Kubitschek selbst zu Recht von einer Ironie als rein satirischem Mittel abgrenzt,[26] hat Jünger in Anknüpfung an Nietzsche als »Désinvolture«[27] des Ästheten bezeichnet. Äußeren Mächten, Schmerzen und Gewalten überlegen – einem neurechten Dandy gleich[28] – oszilliert er zwischen innerer Emigration, Hoffnungslosigkeit und nächster Aktion. 

›Die Suche nach dem geheimen Deutschland‹ – Neurechte Tristesse Royale-Lektüren

Welche ästhetischen Effekte derartige Kracht-Lektüren auf die politischen Selbstfiktionen des Sezessions-Kreises ausüben, zeigt der Gesprächsband Tristesse Droite. Die Abende von Schnellroda, der unter der Herausgabe von Kubitschek und dessen Ehefrau Ellen Kositza 2015 im Antaios Verlag erscheint. Der Text, vier neurechte Gruppengespräche[29] aus dem Dezember 2013, so liest man im Vorwort, erfuhr »einen Impuls von außen: 1999 war bei Ullstein ein Gesprächsband erschienen, Tristesse Royale. Das popkulturelle Quintett. Darin unterhielten sich fünf junge, teils adelige Publizisten (Christian Kracht, Joachim Bessing, Eckhardt Nickel, Alexander v. Schönburg und Benjamin v. Stuckrad-Barre) drei Tage lang in einer Suite des Berliner Hotels Adlon bei Champagner über ihr metropolitanes Jetset-Leben, über Sushi, Parfums, Drogen, Kolonialismus, Krawatten, Demonstrationstourismus und die RAF«.[30] Tatsächlich, so wäre zu ergänzen, drehen sich sämtliche Gespräche in Tristesse Royale um die Frage, wie der »postmoderne[n] Dauerschleife zwischen der klaren Positionierung auf festem Grund und den ›Spielarten der ironischen Selbstbespiegelung‹«[31] zu entkommen sein könnte. Dem »Fehlen jeglicher Verbindlichkeiten«[32] oder dem »Ennui […] einer postmateriellen Generation« (TR 33) überlegen besagte Autoren durch Strategien eines »Re-Modeling« (TR 129) des bereits Bestehenden oder des »Kriegs« (TR 156) als »todbringende Authentizität« (TR 137) zu begegnen. Auf letztlich »zwei Möglichkeiten des Entkommens« (TR 164) einigt sich das Quintett am Textende: das »Verschwinden« als ›Selbstauslöschung‹ (TR 155f.) und den »Rock« als »Sehnsucht nach Ehrlichkeit« (TR 139). 

Die neurechte Pastiche imitiert ihr Pop-Vorbild nun nicht nur dadurch, dass sie einen rechts-intellektuellen »Kosmos an Denkbarkeiten« (TD 8) (inklusive Verweise auf Gelesenes, Theorien und Debatten) inszeniert. Auch wird in Tristesse Droite der zuvor durch das Quintett ausgelotete postmoderne Gefühlszustand einer Langeweile und Leere zur abstrakt-neurechten »Sehnsucht nach dem ›Wiederanschluss an die lange Zeit‹« (TD 9) umgedeutet, ohne dessen Umsetzung allerdings zu konkretisieren. Was in Tristesse Royale 1999 als ewige »Spirale« (TR 167) eines postmodernen Spätkapitalismus diskutiert wird, bezeichnet Kubitschek mit Max Weber als »stahlharte[s] Gehäuse«[33] (TD 19) des demokratisch-liberalen Deutschland, welches durch das Aufkommen der »Identitären Bewegung« (TD 11f.) und »AfD« (TD 18) zwar erschüttert, aber dennoch kaum beschädigt wurde. »Seit dreißig Jahren heißt’s immer wieder, der große Knall kommt, bald, jetzt, demnächst … Der kommt aber nicht« (TD 44), resümiert Ellen Kositza die neurechte Tristesse. Sämtliche parteipolitischen Programme und Realpolitiken haben daran offensichtlich nichts ändern können. 

Um der »Herrschaft der Minderwertigen« (TD 22) zu entgehen, erwägt der Band daher, in Anlehnung an die popliterarischen Strategien des ›Rock‹ und ›Verschwindens‹, zwei neurechte Taktiken, die wiederum einer Theoriedebatte zwischen Karlheinz Weißmann (Mitbegründer des IfS sowie heutiger Autor der Jungen Freiheit) und Kubitschek entlehnt sind.[34] Es gäbe, so Letzterer in Tristesse Droite, »zwei Linien, nach denen man unser Lager sortieren kann. Die einen sagen, wir sind die preußischsten Preußen, und es gibt dieses Pathos des Dienstes und der Pflicht […]. Man leistet ihn und man stabilisiert dadurch. […]. [D]ie zweite Linie […] ist das, was Mohler [Armin Mohler, Anm. N.B.] die ›Setzer‹ genannt hat. Also Leute, die sagen, sie haben überhaupt keine Lust, sich anzupassen« (TD 27). Einerseits in Anlehnung an Kubitscheks militantes Manifest Provokation (2007) und andererseits in Abgrenzung zum realpolitisch-orientierteren Weißmann und der ›AfD-nahen‹ JF-Redaktion (TD 127) wird zunächst der Typus des aufbegehrenden ›Setzers‹ skizziert, dann aber wiederum in seiner Reinform als »hoffnungslos« (TD 38) verworfen. Stattdessen entwickeln die Gesprächsteilnehmer:innen mit Rückgriff auf Ernst Jüngers Der Waldgang (1951)[35] eine ästhetische Figur, die beide Linien als uneindeutige ›Gradwanderung‹ zwischen ›revolutionärer Wertschaffung‹ und ›stabilisierender Wertbewahrung‹ in sich vereinigt (TD 162, 175ff.). »Zwei Eigenschaften werden also beim Waldgänger vorausgesetzt«; hatte Jünger in seiner Essaykritik an der alliierten Besatzung Deutschlands nach 1945 geschrieben: »Er lässt sich durch keine Übermacht das Gesetz vorschreiben, weder propagandistisch noch durch Gewalt. Und er gedenkt sich zu verteidigen, indem er nicht nur Mittel und Ideen der Zeit verwendet, sondern zugleich den Zugang zu Mächten offenhält, die den zeitlichen überlegen und niemals rein in Bewegung aufzulösen sind.«[36] Vom »Apparat« (TD 75), der immer »stärker« (ebd.) wird und dem sich vermutlich nur noch in »Refugien wie Russland, wo die Uhren bisschen anders ticken« (ebd., [sic!]) entgehen lässt, ist entsprechend in Tristesse Droite die Rede. Nicht mittels einer Auflösung von Existenz, wie sie etwa Kracht und Bessing durch eine Reise nach Phnom Penh als »Zentrum des Verschwindens« (TR 165) anstreben, sondern durch eine Verteidigung des »inneren Reich[s]« (TD 163) will sich Kubitschek »gegen den Zugriff der Vernichter« (ebd.) bewahren, vermeidet es aber auch hier, seinen Sehnsuchtsort vollständig auszumalen. Man »kann«, so der Verleger in romantischer Anlehnung an ein national-ästhetisches Leitkonzept Stefan Georges, »das Geheime Deutschland ja finden. Ganz überraschend. Da am See, dort in einem Garten« (TD 164). 

›Das immense Einverstandensein des Feindes‹ – Neurechte Leif Randt-Lektüren

Dass es in den Romanen Leif Randts die Emotion der »Wut nicht einmal im Ansatz«[37] gibt, löst schließlich bei Sezessions-Redakteur:innen seit 2012 eine seltsame Form skeptischen Interesses aus. Bereits an Randts zweitem Roman Schimmernder Dunst über CobyCounty (2011) war der allgemeinen Kritik aufgefallen, wie unaufgeregt hier Bewohner:innen einer Wohlstandsblase mit missglückten Affären, destruktiven Emotionen und sogar Wetterkatastrophen umgehen.[38] Der Nachfolger Planet Magnon (2015) verlagerte Randts Selbstregulierungs-Topos sodann ins Weltall: Das Kollektiv der ›Dolfins‹ wird hier in seinen Emotionen, aber auch Normen und Lebensweisen, von einem Vernunfts-Algorithmus namens ›ActualSanity‹ reguliert und kontrolliert, bis dass die sogenannten ›Hanks‹, das ›Kollektiv der gebrochenen Herzen‹, kurzzeitig für gefühliges Ungleichgewicht im Sonnensystem sorgen. Allegro Pastell (2020) schließlich, von der Kritik als »ästhetische Zeitenwende« gefeiert, treibt die »Hyperreflektiertheit bei der Selbst- und Fremdbeobachtung«[39] auf die Spitze. Über die Liebesbeziehung zwischen Jerome und Tanja im hessischen Maintal der Gegenwart wird hier ein Figurentypus entwickelt, der die kapitalistische Innovationslogik seines Selbst-Managements ebenso ironisch zu durchblicken wie zu perfektionieren weiß.[40] »Zerstöre dich nicht zu sehr durch Konsum, sondern nutze ihn bewusst, um zu genießen und deine Perspektive zu ändern. […]. Nur Fun kann die Lösung sein. Wenn der Fun darin besteht, in die Realpolitik zu gehen, ist das legitim«,[41] so Randt selbst in einem Interview 2018.

Weniger als ein fehlendes Verständnis für literarische Form beweist die Skepsis des Sezessions-Umfelds gegenüber Leif Randt, wie sehr die neurechte Literaturfaszination auf Imaginationen des faktisch Unmöglichen bzw. Unwiederbringlichen angewiesen ist. Nicht nur fehlt in Randts Romanen sehr deutlich das für Kracht und Tristesse Royale typische Eingeständnis einer postmodernen Leere, an welche die neurechte Sehnsucht nach einem verlorenen Einheitszustand perfekt anknüpfen konnte. Auch lässt sich speziell bei Randts Figuren ein verändertes Verhältnis zum Konzept der Authentizität von Subjekten, Handlungen und Konsumgegenständen konstatieren: War diese in Krachts frühen Texten aufgrund der spätkapitalistischen Ununterscheidbarkeit von ›(wahrer) Welt‹ und ›(falscher) Ware‹ als unwiederbringlicher Zustand verabschiedet worden, ist bei Randt das ›Wahre‹ (und konsequenterweise auch das ›Falsche‹) überhaupt nur noch innerhalb einer kapitalistischen Warenwelten denkbar.[42] Noch der verlorenste politische Traum wäre hier nicht jenseits irgendeines postmodernen Simulakrums ›Wirklichkeit‹ als ihr ›unmögliches Außen‹, sondern immer schon als potentiell mögliche Simulation in dieser enthalten. 

»Warum«, fragt und antwortet Kubitschek daher sehr passend in seiner Planet Magnon-Rezension, »unterbindet ActualSanity die Anschläge der Hanks nicht, wo das System doch sogar den Ort der Rebellen kennt? Die Antwort ist die denkbar verheerendste für jeden Aufständischen: Er ist als Dampfventil längst ausgemacht und eingebaut in die permanente Systemstabilisierung«.[43] Die Fiktion hat bei Randt zu sich selbst und der moderne Mensch damit endgültig zu seiner ohnehin längst durchfiktionalisierten liberalen Kultur gefunden. Just dort, wo sich die Literatur auf eine bejahende Gegenwartsbeschreibung reduziert und das politische Programm des Neoliberalismus in all seiner Eindeutigkeit genussvoll zelebriert, verpufft jede neurechte Sehnsucht zu romantischem Kitsch. Kubitscheks Randt-Rezeption endet entsprechend mit einer klassisch-neurechten Liberalismus-Kritik, die mit Carl Schmitt den Liberalen als unpolitischen, weil zur »Unterscheidung von Freund und Feind«[44] unfähigen Snob ablehnt: »Der postpragmatische Typus«, so Kubitschek auf einen Neologismus des Autors zurückgreifend, »ist ein am Ende aller Auseinandersetzungen und ideologischen Kämpfe angelangter, nachgeschichtlicher Charakter. Er hat kein Interesse mehr an Ausschließlichkeit […]: Er bewegt sich im Post-Histoire und nimmt das Leben als Substanz, die es ständig zu analysieren, anzupassen und zu verbessern gilt«.[45]

»Das Experiment ist das Gebot der Stunde« – Neurechte Lektüren ernst nehmen 

»Der Reaktionär«, so Botho Strauß in seinem Essay Der Plurimi-Faktor (2013), »verklärt als der echte Epiker das Gewesene, um es jederzeitlich zu machen. […]. [Er] ist Phantast, Erfinder […]. Gerade weil nichts so ist, wie er’s sieht, noch gar nach seinem Sinn sich entwickelt, steigert er die fiktive Kraft seiner Anschauung und verteilt die nachhaltigsten Güter des Geistes und des Gemüts«.[46] Wer reaktionäre, neurechte Leser:innen so ernst nehmen möchte wie ihre literarischen Vordenker, wird sich zukünftig (auch) ihren uneindeutigen Fantasien und fiktiven Energien stärker widmen müssen. Anstatt die vermeintliche Reinheit ästhetischer Erfahrung gegen die neurechte Landnahme zu verteidigen (die Literatur, so zeigt das Beispiel Randt, weiß sich ohnehin selbst am besten zu schützen), wäre vielmehr danach zu fragen, nach welchen ästhetischen Eigengesetzlichkeiten neurechte Metapolitik überhaupt funktioniert. Über einzelne Ansätze hinaus, die mal davon ausgehen, dass »die Idee autonomer Kunst […] von rechts adoptiert wird«[47] und ein andermal konstatieren, dass diese für Rechte keine Rolle spielt, geht es darum, die sich heute erneut verschiebenden Grenzzonen des Ästhetischen und Rechten intensiver zu beobachten. 

Es könnte hierbei auffallen – und der vorliegende Beitrag hat versucht, dies nahezulegen – dass die neurechte Literaturpolitik gerade dort am gefährlichsten ist, wo sie die Kunst, die schon qua Funktion »ständig Ungewissheit produziert«,[48] zur Vergrößerung der andauernden Ungewissheit unserer postfaktischen realen Wirklichkeit instrumentalisiert.[49] Da der ›große Knall‹ nie einzutreten scheint und der Gegner übermächtig waltet, ist zumindest für Kubitschek das Politische als tatsächliches Streiten um weltanschauliche Positionen ohnehin längst zu Ende. »Alles Große dämmert vor sich hin, und selbst die Erinnerung daran schläft ein.« In diesem postpolitischen Zustand ist und bleibt für den intellektuellen Rechten »das Experiment […] Gebot der Stunde«.[50] Mittels ästhetischer Versuchsanordnungen soll unsere liberale Wirklichkeit in ihrer Kontingenz entlarvt und der ohnehin gesellschaftlich bestehende »Zweifel an der linken Utopie, an der Wahrheitsfähigkeit der Medien und am Universalismus der Menschenrechte«[51] noch verstärkt werden. Jede zukünftige Literatur wird sich an diesem neurechten Experiment wohl oder übel messen müssen, will auch sie weiterhin ästhetisch und politisch uneindeutig verfahren, ohne aber »das Spiel der neurechten Leserschaft«[52] zu wiederholen. Man darf optimistisch sein. Es wird ihr gelingen.

 

Anmerkungen

[1] Hier einerseits verstanden als Sammelbezeichnung für vergleichsweise intellektuelle Gruppierungen ›zwischen Konservatismus und Rechtsextremismus‹ und andererseits als Bezeichnung für die repräsentative Gruppierung um den von Götz Kubitschek geleiteten Antaios-Verlag mit Sitz im sachsen-anhaltinischen Schnellroda und die seit April 2003 durch das Institut für Staatspolitik (IfS) herausgegebene Zeitschrift Sezession. Vgl. Gessenharter, Wolfgang: Die ›Neue Rechte‹ als Scharnier zwischen Neokonservatismus und Rechtsextremismus in der Bundesrepublik. In: Eisfeld, Rainer/Müller, Ingo (Hg.): Gegen Barbarei. Essays Robert M. W. Kempner zu Ehren. Frankfurt am Main: Athenäum 1989, S. 424-452.
[2] Thomalla, Erika/Gladić, Mladen: Literatur als Klartext. Wie Rechte lesen. In: Merkur 75/862 (2021), S. 5–15.
[3] Lorenz, Matthias N./Riniker, Christine: Christian Kracht und die (Neuen) Rechten. Zum rechten Verständnis einer abklingenden Provokation. In: Pappert, Steffen et al. (Hg.): Skandalisieren, stereotypisieren, normalisieren. Diskurspraktiken der Neuen Rechten aus sprach- und literaturwissenschaftlicher Perspektive. Hamburg: Helmut Buske Verlag 2021, S. 237–264, hier S. 258.
[4] Ebd., S. 257.
[5] Vgl. Meurer, Jonas: Lob der Lektüre. Die Neue Rechte als Lesebewegung. In: Pappert, Steffen et al. (Hg.): Skandalisieren, stereotypisieren, normalisieren. Diskurspraktiken der Neuen Rechten aus sprach- und literaturwissenschaftlicher Perspektive. Hamburg: Helmut Buske Verlag 2021, S. 195–215, hier S. 202.
[6] Hoffmann, Torsten: Ästhetischer Dünger. Strategien neurechter Literaturpolitik. In: Deutsche Vierteljahresschrift für Literaturwissenschaft und Geistesgeschichte 95 (2021), S. 219–254, hier S. 239.
[7] Ebd., S. 253.
[8] Thomalla, E./Gladić, M.: Literatur als Klartext, S. 15.
[9] Kubitschek, Götz: Begriffe: Lage. In: Sezession 22 (Februar 2008), S. 60.
[10] Simmel, Georg: Die Zukunft unserer Kultur. Stimmen über Kulturtendenzen und Kulturpolitik [1909]. In: Ders.: Miszellen, Glossen, Stellungnahmen, Umfrageantworten, Leserbriefe, Diskussionsbeiträge 1889–1918. Gesamtausgabe Bd. 17. Frankfurt am Main 2004, S. 79–83, hier S. 80.
[11] Vgl. Lehnert, Erik: Lebensreform und Politik. In: Sezession 44 (Oktober 2011), S. 14–16, hier S. 15f.
[12] Kubitschek, Götz: Die Strahlkraft der KR. In: Sezession 44 (Oktober 2011), S. 8–13.
[13] Die eigene Distanzierung zum Nationalsozialismus ist (wenn auch häufig nicht gegeben) zentral für das Selbstverständnis der Neuen Rechte. Mit Ernst Jünger sieht Kubitschek etwa die »Reinheit der [konservativ-revolutionären] Mittel« durch Hitler beschmutzt. Ebd., S. 11.
[14] Kubitschek, Götz: Wir selbst, das Wesentliche und das Magnetische. In: Sezession 52 (Februar 2013), S. 8–10, hier S. 10.
[15] Vgl. Birgfeld, Johannes/Conter, Claude D. (Hg.): Kracht, Christian/Woodard, David: Five Years. Briefwechsel 2004-2009, Bd. 1. 2004-2007. Hannover: Wehrhahn Verlag 2011.
[16] Lichtmesz, Martin: Nietzsche und Wagner im Dschungel. David Woodard und Christian Kracht in Nueva Germania. In: Zwielicht Nr. 2 v. 2007, S. 28-31, hier S. 29.
[17] Lichtmesz, Martin: Christian Kracht und die Methode Diez. In: Sezession.de v. 15.Februar 2012. https://sezession.de/30107/christian-kracht-und-die-methode-diez (zuletzt abgerufen am 19.10.2021).
[18] Ebd.
[19] Ebd.
[20] Kubitschek, Götz: Schöne Literatur. In: Sezession 47 (April 2012), S. 46.
[21] Vgl. etwa: Bronner, Stephan: Vom taumelnden Ich zum wahren Übermenschen. Das abgründige Subjekt in Christian Krachts Romanen Faserland, 1979 und Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten. Tübingen: Narr 2012, S. 65f.
[22] Vgl. Lorenz, M.N./Riniker, C.: Christian Kracht und die (Neuen) Rechten, S. 247ff.
[23] Kubitschek, Götz/Lichtmesz, Martin: Kunst und Politik – Kracht und Diez – ein Briefwechsel. In: Sezession.de v. 17. Februar 2012. https://sezession.de/30217/kunst-und-politik-kracht-und-diez-ein-briefwechsel (zuletzt abgerufen am 19.10.2021).
[24] Jünger, Ernst: Das abenteuerliche Herz. Die Zweite Fassung [1929]. In: Sämtliche Werke, Bd. 9. Essays III. Das abenteuerliche Herz. Stuttgart: Klett-Cotta 1979, S. 177–330, hier S. 265.
[25] Kubitschek, G.: Schöne Literatur (April 2012), S. 46.
[26] »Ich kann nicht erkennen, warum Krachts Roman aufgrund einer den Text durchziehenden ›Ironie‹ harmlos sein sollte; ich kann diese Ironie nicht finden und meine, daß sie mit einer sehr reifen, sehr melancholischen Heiterkeit verwechselt wird«. Kubitschek, G./Lichtmesz, M.: Kunst und Politik. https://sezession.de/30217/kunst-und-politik-kracht-und-diez-ein-briefwechsel (zuletzt abgerufen am 19.10.2021).
[27] Jünger, E.: Das abenteuerliche Herz, S. 260f.
[28] Vgl. Napiorkowski, Daniel: Der Dandy als Politiker. In: Sezession 50 (Oktober 2012), S. 36–39.
[29] Gesprächsteilnehmer sind neben Kubitschek, Kositza und Lichtmesz außerdem Erik Lehnert (Geschäftsführer des IfS seit 2008) und die Redakteure Thorsten Hinz, Nils Wegner sowie Raskolnikow (Pseudonym).
[30] Kositza, Ellen/Kubitschek, Götz: Tristesse Droite. Die Abende von Schnellroda. Schnellroda: Antaios 2015, S. 8–9. Auf weitere Seitenzahlen wird direkt im Text unter Verwendung der Sigle TD verwiesen.
[31] Baßler, Moritz. Der deutsche Pop-Roman. Die neuen Archivisten. München: C.H. Beck 2002, S. 124.
[32] Kracht, Christian/Nickel, Eckhart/v. Schönburg, Alexander/v. Stuckrad-Barre, Benjamin: Tristesse Royale. Das popkulturelle Quintett. Berlin: Ullstein 1999, S. 31. Auf weitere Seitenzahlen wird direkt im Text unter Verwendung der Sigle TR verwiesen.
[33] Kubitschek bezieht sich hier auf: Weber, Max: Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus [1904/05]. Tübingen: Mohr Siebeck 1920.
[34] Die Debatte, in der Kubitschek ›radikalere Strategien‹ forderte und Weißmann dagegen für Mäßigung plädierte, führte 2014 zum Ausscheiden Weißmanns aus dem IfS und der Sezessions-Redaktion. Vgl. G. Kubitschek: Wir selbst, das Wesentliche und das Magnetische; Weißmann, Karlheinz: Geduld! Lage und Möglichkeit der intellektuellen Rechten. In: Sezession 55 (August 2013), S. 10–13.
[35] Zum Waldgang als Intertext in Krachts Werk vgl. aktuell: Kruschwitz, Hans: Die nächste große Nivelliermaschine: Waldgang, Aletheia und die Kritik des liberalen Nachkriegsdiskurses in Christian Krachts Roman ›Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten‹. In: Yearbook for European Jewish Literature Studies 8 (1/2021), S. 158–171.
[36] Jünger, Ernst: Der Waldgang [1951]. In: Sämtliche Werke, Bd. 7. Essays I. Betrachtungen zur Zeit. Stuttgart: Klett-Cotta 1980, S. 281–374, hier S. 316.
[37] Kubitschek, Götz: Schöne Literatur. In: Sezession 51 (Dezember 2012), S. 42.
[38] Vgl. Bopp, Lena: Die fetten Jahre sind die besten. In: FAZ v. 06. August 2011, S. Z5.
[39] Rabe, Jens-Christian: Relativ okay. In: SZ v. 07. März 2020, S. 15.
[40] Vgl. Busch, Nicolai: Leif Randts ›Politik des Besonderen‹. In: pop-zeitschrift.de v. 17. März 2020. https://pop-zeitschrift.de/2020/03/17/leif-randts-politik-des-besonderenautorvon-nicolai-busch-autordatum17-3-2020-datum/ (zuletzt abgefragt am 31.05.2021).
[41] Randt, Leif/Groß, Joshua: 10% Idealismus. In: Groß, Joshua/Hertwig, Johannes/Kassier, Andy (Hg.): Mindstate Malibu. Kritik ist auch nur eine Form von Eskapismus. Fürth: starfruit publications 2018, S. 132–141.
[42] Vgl. Birnstiel, Klaus: Leif Randt: Schimmernder Dunst über CobyCounty (2011). In: Baßler, Moritz/Schumacher, Eckhard (Hg.): Handbuch Literatur & Pop. Berlin: de Gruyter, S. 623-634, hier S. 626.
[43] Kubitschek, Götz: Postpragmatismus oder: Im ›Jungen Salon‹. In: Sezession 66 (Juni 2015), S. 24–27, hier S. 27.
[44] Schmitt, Carl: Der Begriff des Politischen [1927]. Synoptische Darstellung der Texte. Berlin: Duncker & Humblot 2018, S. 76.
[45] Kubitschek, G.: Postpragmatismus oder: Im ›Jungen Salon‹, S. 27.
[46] Strauß, Botho: Der Plurimi-Faktor. In: Der Spiegel (31/2013), S. 108–112, hier S. 110.
[47] Ullrich, Wolfgang: Auf dunkler Scholle. In: Die Zeit v. 16.05.2019, S. 42.
[48] Luhmann, Niklas: Die Autonomie der Kunst. In: Werber, Niels (Hg): Niklas Luhmann. Schriften zu Kunst und Literatur. Frankfurt am Main: Suhrkamp 2008, S. 416–427, hier S. 427.
[49] Aktuelle Überlegungen zur narratologischen und fiktionstheoretischen Analyse rechter ›Halbwahrheiten‹ außerhalb der Literatur liefert: Gess, Nicola: Halbwahrheiten. Zur Manipulation von Wirklichkeit. Berlin:
[50] Kubitschek, G.: Wir selbst, das Wesentliche und das Magnetische, S. 10.
[51] Sommerfeld, Caroline: Debord, Derrida und die rechte Postmoderne. In: Sezession 81 (Dezember 2017), S. 24–27, hier S. 24. Vgl. hierzu auch: Amlinger, Carolin: Rechts dekonstruieren. Die Neue Rechte und ihr widersprüchliches Verhältnis zur Postmoderne. In: Leviathan 48 (02/2020), S. 318–337.
[52] Thomalla, E./Gladić, M.: Literatur als Klartext, S. 15.

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