Zur Liste der in russischen Schulen empfohlenen »patriotischen Lieder«
[aus: »Pop. Kultur und Kritik«, Heft 28, Frühling 2026, S. 138-151]
Das autoritäre Auswahlglück
Als jemand, der zu populären Songs arbeitet, möchte ich mit einem praktischen Problem beginnen: Sobald man sich mit kleinformatigen, massenhaft produzierten Formen wie Songs, kurzen Videos oder ähnlichen Medien beschäftigt, stellt sich immer die Frage der Auswahl. Man kann nach Zeitraum, Sprache oder einzelnen Autor:innen auswählen – doch diese Kategorien verschwimmen schnell, weil Songs häufig kollektiv geschrieben, aber von anderen aufgeführt werden. Zugleich bleibt jede solche Auswahl letztlich willkürlich und widerspricht der Logik des Feldes. Denn idealerweise will jeder Song unbegrenzt wiederholt werden – erst durch Aufzeichnungsmedien, dann im Gedächtnis der Hörenden. Songs konkurrieren dabei ähnlich wie Dawkins’ »Meme« und sind auf Unterstützung angewiesen: etwa auf Plugging im Radio, kuratierte Playlists, Charts oder algorithmische Empfehlungssysteme. Nur selten kommt diese äußere Kraft vom Staat. In westlichen Demokratien betrifft das höchstens Nationalhymnen. In einigen Ländern jedoch existieren staatlich sanktionierte »Playlists«, die bestimmten Gruppen verbindlich vorgegeben werden – besonders im Bildungssystem als Teil des ideologischen Staatsapparats. Wie Keith Howard in »Songs for ›Great Leaders‹: Ideology and Creativity in North Korean Music and Dance« 2020 zum Fall Nordkorea schreibt, erscheinen dort zahlreiche Liedersammlungen für Kinder, Jugendliche und Studierende.
Solche Beispiele sind in der modernen Welt selten geworden – vielleicht, weil die Rolle des Songs gegenüber anderen Medien abgenommen hat, vielleicht auch, weil das Maß an expliziter, direkter Indoktrination in Schulen weltweit gesunken ist. Umso bemerkenswerter ist es daher, dass die russische Regierung im August 2025 eine Liste »patriotischer Lieder« veröffentlicht hat, die – so die offizielle Formulierung – »auf die patriotische sowie geistig-sittliche Erziehung der Lernenden ausgerichtet sind« (https://edu.gov.ru/press/10335/minprosvescheniya-podgotovilo-spisok-patrioticheskih-pesen-dlya-izucheniya-vshkolah/). Obwohl im Nachrichtentext von 37 solcher Lieder die Rede ist, umfasst die beigefügte Liste tatsächlich 39 Titel. Diese staatlich sanktionierte Playlist bildet sowohl den Anlass als auch den Gegenstand dieses Essays – geschrieben von einem glücklichen Theoretiker, der ausnahmsweise einmal nicht den Korpus seiner Untersuchung rechtfertigen muss, sondern sich mit Vergnügen an der Auswahl des russischen Ministeriums für Aufklärung bedienen kann.
Der Wert einer solchen Analyse liegt, denke ich, in drei Punkten. Erstens zeigt sie exemplarisch, wie ein hochgradig bürokratischer Staat, dessen Führung über siebzig Jahre alt ist und keinerlei Interesse an zeitgenössischer Kultur erkennen lässt, versucht, etwas wie Popkultur in sein propagandistisches Instrumentarium zu integrieren – und dabei ein eigenes, oft unbeholfenes Bild davon konstruiert, was Popkultur überhaupt sei. Zweitens lässt sich an diesem Prozess einiges über die inneren Funktionsweisen solcher Regime ablesen, die zugleich müde und aus der Zeit gefallen wirken und dennoch stabil und unerschütterlich erscheinen. Und drittens ergibt sich daraus vielleicht die Möglichkeit, mit ihnen in einen Dialog zu treten, aber zu unseren Bedingungen – ohne sie allzu ernst nehmen zu müssen, was sie, wie man weiß, besonders verabscheuen.
Zur Innenwelt der bürokratischen Intelligenz
Während die Welt von »künstlicher Intelligenz« spricht, wird sie in Wahrheit noch immer weitgehend von einer »bürokratischen Intelligenz« regiert – und es ist ebenso interessant wie aufschlussreich zu beobachten, wie diese sich beim Erstellen von Playlists anstellt. Die zur Debatte stehende Playlist entstand, wie in der oben zitierten Meldung berichtet wird, als Reaktion auf Präsident Putins Erlass vom 9. November 2022, Nr. 809, »Über die Genehmigung der Grundlagen der staatlichen Politik zur Bewahrung und Stärkung der traditionellen russischen geistig-moralischen Werte« (http://www.kremlin.ru/acts/bank/48502). Der Erlass selbst ist in einem charakteristischen, von Ressentiment getragenen Ton gehalten, der die Vorstellung vermittelt, Russland befinde sich eingekreist von Feinden.
Der Diskurs des Erlasses ist von einem ausgeprägt bürokratischen Jargon geprägt, dessen Ton stark an sowjetische Verwaltungssprache erinnert – jener vertraute Stil, der gern benutzt wird, um inhaltliche Leere mit formaler Gravität zu kaschieren. Gleichzeitig trägt der Text eine gewisse dramatische Patina: Russland erscheint darin als eine Gemeinschaft, die auf »traditionellen Werten« basiert, einem moralisch-ideologischen Komplettpaket, das angeblich das Weltbild der Bürger prägt, die nationale Identität zusammenhält und über Generationen weitergegeben wird. Diese Werte umfassen so ziemlich alles, was man in einem idealisierten Staatskatalog unterbringen kann – Leben, Würde, Freiheit, Patriotismus, Familie, Arbeit, Gerechtigkeit, Kollektivismus, historische Erinnerung und eine lange Liste weiterer Unanfechtbarkeiten. Und das alles wird als einzigartiges, urtümliches Erbe des »multinationalen Volkes Russlands« präsentiert.
Der Erlass geht dann dazu über, jene Kräfte zu beschreiben, die angeblich darauf abzielen, die traditionellen Werte Russlands zu untergraben. In der Darstellung der Regierung ergibt sich dabei ein dramatisches Bild: Laut der Nationalen Sicherheitsstrategie befinde sich Russland in einer weltpolitischen Lage, die »dringende Maßnahmen« zum Schutz dieser Werte erforderlich mache. Die Bedrohungen selbst werden breit und einigermaßen fantasievoll gefasst: von extremistischen und terroristischen Organisationen über bestimmte Medien und Kommunikationskanäle bis hin zu den Vereinigten Staaten, anderen »unfreundlichen Staaten«, einer Reihe transnationaler Konzerne, ausländischen NGOs und schließlich auch diversen Personen und Gruppen im Inneren des Landes.
Wenn diese Kräfte nicht eingedämmt werden, drohe ein »negatives Szenario«, in dem die Bevölkerung des Landes schrumpft, extremistische und destruktive Ideen überhandnehmen und Russland als Zivilisation – und womöglich sogar als Staat – verschwindet. Werde jedoch seitens des Staates rechtzeitig gehandelt – die »Dokumente der strategischen Planung angepasst«, die »interministerielle Koordination sichergestellt«, die »Instrumente staatlicher Unterstützung optimiert« sowie die »Formen und Methoden der staatlichen Tätigkeit weiterentwickelt« (Ibid.) (ein ganzer Katalog bestens vertrauter Verwaltungsklischees) –, dann sei ein positives Szenario möglich – jenes der Produktion hochmoralischer Persönlichkeiten, erzogen im Geiste der traditionellen Werte, ausgestattet mit den erforderlichen Kenntnissen und Fähigkeiten, fähig, ihr Potenzial unter den Bedingungen der modernen Gesellschaft zu entfalten und bereit zu friedlichem Schaffen sowie zum Schutz des Vaterlandes.
Während wir uns noch fragen, ob künstliche Intelligenz empfindungsfähig sein kann oder gar eine Seele besitzen könnte, lässt sich aus diesem präsidialen Gedicht bereits ableiten, dass die bürokratische Intelligenz sehr wohl eine Seele hat, und es eine »russische Seele« ist. Liest man den Erlass mit einem poetischen Blick – also in voller Bewunderung sowohl für seinen Inhalt als auch für seine Form, ganz im Sinne von Roman Jakobsons Idee der poetischen Funktion –, dann eröffnet sich darin ein eigenes Verständnis des ja ohnehin oxymoronischen Begriffs der »traditionellen Werte«. Das Traditionelle erscheint hier als etwas Klischeehaftes – sprachlich so ausgeführt, dass es keinerlei Störung hervorruft, vollkommen glatt bleibt und die bestehende sprachliche Schichtung nicht infrage stellt. Zwar ist der Inhalt des Erlasses in mancher Hinsicht ungewöhnlich, da er Themen berührt, die für ein offizielles Dokument vielleicht zu spezifisch oder zu emotional geraten sind; doch die Form sorgt für eine vollständige Normalisierung, indem sie all dies in den vertrauten Strom jener stumpfen, leicht steifen und zugleich überaus bekannten Sprache bürokratischer Überfülle und Förmlichkeit einbettet.
Es handelt sich um eine tote Sprache; eine Sprache, in der ein besonderer performativer Trick vollzogen wird. Ihr Performatives besteht nicht darin, zu irgendeiner Handlung aufzurufen – Modalitätsmarker des Sollens wie »muss« oder »sollte« treten hier kaum auf –, sondern darin, dass sie das Beschriebene als bereits vollzogen präsentiert. So heißt es etwa: »Die rechtlichen Instrumente zur Umsetzung der staatlichen Politik zur Bewahrung und Stärkung der traditionellen Werte sind …« – als wäre die ganze Aufgabe nicht mehr ein Ziel, sondern längst eine Tatsache. In diesem Sinne sind traditionelle Werte langweilige Werte – durchdrungen vom Geist der Unaufgeregtheit und Selbstzufriedenheit, der in den Kreis quasi heiliger Phänomene erhoben wird. Die Feinde, die uns angeblich umzingeln, wollen uns aus diesem Kreis des Gewohnten herausreißen, aus jenem Bereich, in dem schon unsere großen Vorfahren lebten; sie wollen sich zwischen uns, den Lebenden, und unseren Toten einschieben und dort einen Unterschied installieren, der nicht vorgesehen ist. Im Gegenteil: Das Traditionelle operiert mit einem minimalen Set »natürlicher« Unterschiede, dessen Erweiterung als gefährlich gilt. Ein besonders anschauliches Symptom dieser Haltung ist die Fixierung auf das biologische Feld und die gleichzeitige Ablehnung jeglicher anderer geschlechtlicher Differenzierungen – selbst solcher, die nicht einmal dem »westlichen« oder »liberalen« Verständnis von Gender entsprechen würden, sondern schlicht irgendeine Form von Abweichung vom als natürlich gesetzten Minimum markieren könnten.
Das russische Popduo t.A.T.u. war insofern ein bemerkenswertes Gegenbeispiel zur sprachlich-performativ erstarrten Welt traditioneller Werte, als es mit der Inszenierung einer vermeintlich lesbischen Beziehung ein bewusstes Tabu brach und damit im Mainstream-Pop für weltweite Aufmerksamkeit sorgte. Popkultur ist dabei generell ein Raum der Grenzerkundung und Grenzverschiebung, in dem gesellschaftliche Normen ausprobiert, überzeichnet oder temporär außer Kraft gesetzt werden. Zugleich ist zu berücksichtigen, dass der heute dominierende Diskurs über »traditionelle Werte« in dieser normativ abgeschlossenen, quasi sakralisierten Form ein vergleichsweise junges Phänomen ist: Zur Zeit des internationalen Erfolgs von t.A.T.u. Anfang der 2000er Jahre war er weder hegemonial noch allgegenwärtig. Gerade deshalb konnte die provokative Ästhetik des Duos – selbst wenn sie strategisch kalkuliert war – als Störung des Selbstverständlichen wirken und eine Form von Differenz sichtbar machen, die erst später systematisch delegitimiert und ausgeschlossen wurde.
Die Geburt der Playlist aus dem Geist der Bürokratie
Der Erlass selbst erwähnt weder Lieder noch Musik insgesamt. Kultur – und in deutlich geringerem Maße auch Kunst – erscheint lediglich als jenes Feld, in dem sich der Wettstreit zwischen »traditionellen« und »nicht-traditionellen« Werten abspielt. Doch sobald die Anweisungen des Erlasses die Befehlskette hinabgleiten, materialisieren sie sich in einer Vielzahl von Produkten – darunter vor allem Listen. Erste Gerüchte über die Existenz einer »Liste patriotischer Lieder« kursierten bereits 2024. Im Mai 2025 folgte eine weitere Songliste, diesmal zur Erinnerung an den Großen Vaterländischen Krieg (also jenen Abschnitt des Zweiten Weltkriegs, der in der russischen Geschichtsschreibung mit dem deutschen Angriff auf die UdSSR beginnt und mit Kriegsende endet) (https://national-expertise.ru/blog/pravitelstvo-utverdilo-spisok-voennyh-pesen-dlya-besplatnogo-ispolzovaniya/). Eine Liste patriotischer Filme schloss sich im September 2025 an. In diesem Sinne erweist sich die Liste – einschließlich der hier besprochenen Songliste – geradezu als das natürliche Genre, in dem die Bürokratie ihrem Bedürfnis nachkommt, Werte zu verkörpern und zu schützen.
Wenn Umberto Eco zwischen praktischen und poetischen Listen unterscheidet, zielt er auf die Motivation und den Antrieb ab, die ihrer Entstehung zugrunde liegen. Praktische Listen entstehen aus Notwendigkeit – sie enthalten Dinge, die wir erledigen müssen; poetische Listen hingegen bestehen aus Dingen, von denen wir besessen sind. Die erste Art hat einen konkreten Zweck, die zweite entspringt dem Wunsch, das zu katalogisieren, was uns fasziniert. Die eine bleibt endlich, die andere strebt ins Unendliche. Gemeinsam ist beiden jedoch, dass Eco Listen als Ausdruck von Subjektivitäten versteht; und natürlich in der Perspektive von Derrida – als Darstellungsformen von Machtverhältnissen. Eine wichtige Beobachtung Ecos lautet in »The Infinity of Lists from Homer to Joyce« (2009) zudem, dass beide Typen sich nicht unbedingt ausschließen: »The voraciousness of the list often prompts us to interpret practical lists as if they were poetic lists—and in effect what often distinguishes a poetic list from a practical one is only the intention with which we contemplate it.«
Ich möchte die Liste patriotischer Lieder als beiden Typen zugehörig lesen: Für Musiklehrkräfte und ihre Schüler ist sie zunächst eine praktische Anweisung. Sie ist langweilig, eine jener Listen, die problemlos in die ohnehin monotone Schulwirklichkeit eingeht, die in Russland zunehmend mit Ideologie überfrachtet ist – meist in Form von reinem Lippenbekenntnis. Seit 2025 gibt es das neue Schulfach »Gespräche über das Wichtige/Razgovory o vazhnom«, in dem seltsame Themen wie der »Weg des Getreides/Put’ zerna« neben der immer gleichen Propaganda der »traditionellen Werte« stehen, ergänzt durch Lobpreisungen der Soldaten, die »für unser Vaterland in der Ukraine kämpfen« (разговорыоважном.рф; https://xn--80aafadvc9bifbaeqg0p.xn--p1ai/).
Meine eigene Erfahrung ist vielleicht nicht allgemeingültig, doch als jemand, der am Ende der Sowjetunion in der öffentlichen Schule Musikunterricht hatte – damals hieß das einfach »Gesangsunterricht« –, kann ich bezeugen, dass rund 90 % der Aktivität darin bestanden, Liedtexte auswendig zu lernen. Und ein beträchtlicher Teil dieser Lieder war militärisch oder patriotisch geprägt, was so langweilig war, dass es mich bis zur Selbstaufgabe ermüdete. Diese »audiomilitärische Litanei«, wie ich sie gern nenne, stellte für mich persönlich ein Phänomen dar, das Alexei Yurchak in seinem Buch über die letzten Jahrzehnte der Sowjetunion »Everything Was Forever, Until It Was No More: The Last Soviet Generation« von 2005 – Deleuze und Guattari folgend – als Deterritorialisierung bezeichnet: »Having to report the fulfillment of Komsomol assignments, write texts in the authoritative genre, or engage in other ideological activities, the secretaries, komsorgs, andrank-and-file members became involved in practices and strategies that resignified the meanings of these reports, texts, rituals, and assignments. These actors deterritorialized the authoritative discursive field that these reports, texts, rituals, and assignments, and the state institutions of the Komsomol constituted.« In meinem Fall war die Erfahrung der Deterritorialisierung vielleicht sogar wörtlicher zu verstehen als jenes Schweben zwischen Bedeutung und Form, das Yurchak beschreibt: Die Erfahrung der Langeweile lässt, wie man so sagt, den Geist abschweifen und verwandelt Anwesenheit in Abwesenheit. Das Ergebnis dieser längst vergangenen sowjetischen Kindheitserfahrung ist, rückblickend betrachtet, nicht nur die Erinnerung an Langeweile und innere Abkopplung, sondern auch ein Sammelsurium verstreuter Bruchstücke dieser Lieder, die in meinem Kopf weiterleben und manchmal als Ohrwürmer wieder auftauchen. Kein einziges Lied ist in vollständiger Erinnerung erhalten geblieben, aber eine ganze Landschaft aus Fragmenten ist bis heute da. Was auch immer der sowjetische Kanon patriotischer Kinderlieder als praktische Liste bewirken sollte, der Effekt, den er letztlich hervorgebracht hat, war jene Fähigkeit zum charakteristischen Doublethink – ein Segen und zugleich ein Fluch, den viele von uns, die unter autoritären Regimen aufgewachsen sind, nur allzu gut kennen.
Diese ironische Haltung gegenüber »von oben« verordneten Direktiven und Listen lässt mich vermuten, dass der Nutzen der Liederliste des Jahres 2025 nicht größer sein wird als der meines Herumsitzens im Musikunterricht der späten 1980er Jahre. Aber wenn wir diese Liste nicht als praktische Liste lesen – also nicht als Anweisung, nicht als Mittel zum Zweck –, sondern als poetische Liste, hervorgebracht von demselben bürokratischen Geist, der auch die Form jenes Gedicht-Erlasses hervorbrachte, den ich oben beschrieben habe, dann ergibt sich ein anderes Bild. Der bürokratische Geist, der nach Festigkeit verlangt, schwelgt in Erinnerungen an jene »guten alten Zeiten«, in denen die Unterschiede angeblich »natürlich« waren und die Ordnung der Dinge stabil erschien. Die Playlist lässt sich dann vielleicht als eine Art Beschwörung verstehen, die dazu berufen ist, gegen die Übeltaten der Feinde zu schützen – oder als ein komplexer Ohrwurm, der einerseits dem bürokratischen Geist folgt und andererseits seine einstige Wirkungskraft verloren hat und nun staatliche Unterstützung braucht, um sich in jüngeren Köpfen festzusetzen.
»Womit beginnt die Heimat?«
Während die Geste der Deterritorialisierung mit einer Bedeutung verknüpft ist, die sich relativ zur Form bewegt – der Signifikant wird zwar wiederholt, doch das Signifikat bleibt offen für Verschiebungen –, beruht die Idee, Schulkindern mittels einer Playlist patriotische Gefühle und »traditionelle Werte« einzuträufeln, auf der Hoffnung, dass sich die Bedeutung durch die Wiederholung der Form irgendwie zurückholen lässt. Es handelt sich um einen Akt der Re-Territorialisierung: den Versuch, wandernde Gedanken aus den vermeintlich feindlichen Gefilden des Westens wieder an den ursprünglichen Ort der »Mutter Heimat« zurückzuführen.
Ich möchte hier nicht die gesamte Liedliste wiedergeben – zum einen aus Platzgründen, zum anderen, weil sie für heutige deutsche Leserinnen und Leser vermutlich wenig Aussagekraft hätte. Ich möchte jedoch eine Typologie und eine semiotische Beschreibung dieser Liste anbieten, um herauszufinden, welchen Ort jener bürokratische Geist, der die russische Seele »cosplayt«, eigentlich wiederherstellen und verteidigen möchte. Was ist dieser Ursprung, der Ort der vermeintlich eigentlichen Russizität, der Nullpunkt, von dem die Reise beginnen soll? Das erste Lied auf der Liste stellt diese Frage praktischerweise bereits im Titel: »Womit beginnt die Heimat?« – und liefert in seinem Text eine ganze Reihe von Antworten dazu. Das Lied selbst stammt aus dem vierteiligen Film »Schild und Schwert«, einer sowjetisch–polnisch–ostdeutschen Koproduktion aus dem Jahr 1968, die die Arbeit sowjetischer Geheimdienstoffiziere während des Krieges erzählt. Eine kurze Antwort auf die im Lied gestellte Frage lautet, dass die Heimat mit allem beginnt; etwas ausführlicher betrachtet beginnt sie mit Dingen der Kindheit – mit dem Fibel-Erstlesebuch und mit Freunden –, mit den Bildern von Mutter und Zuhause, mit Elementen der charakteristisch russischen Natur wie der Birke und schließlich mit militärisch codierten Dingen wie der Budjonny-Mütze des Vaters und dem Soldateneid.
Diese »Anfänge der Heimat« erscheinen als Liste – ein Verfahren, das fast allen Playlist-Songs eigen ist. Die Heimat fungiert dabei nicht als konkrete Ortstafel, sondern als Meta-Zeichen, das heterogene Elemente verbindet. In Barthes’ Begriffen stellt sie ein System konnotativer Bedeutungen bereit: Zwiebeltürme, Walderdbeeren, Felder, Wolken, Wälder, Sterne, Möwen, Hausvorbauten und andere Dinge werden poetisch verknüpft und in eine lyrische Landschaft überführt. So entsteht eine Lyrisierung des nationalen Mythos, in der Heimat zugleich als Landschaft voller affektiv aufgeladener Zeichen und als das durch sie erzeugte Gefühl erscheint – ein Motivfeld, das an Eichendorff, Uhland und Brentano erinnert. Diese Landschaft verlangt stille Betrachtung; die lyrische Figur bewegt sich kaum, um das fragile Zeichen nicht zu stören. Heimat erscheint weniger als physischer Ort denn als zarter Affekt, der durch unbedachte Bewegung oder »falsches Lesen« bedroht ist. Doch in dieser Stille blitzen immer wieder militärische Untertöne auf – als Erinnerungen, Gedenkspuren oder semantische Narben. In manchen Liedern nehmen sie fast unheimliche Formen an, etwa in Wiktor Golikows »Die grüne Welt/Mir zelenyj)«, wo Birken ihre Kronen »wie Fahnen« tragen oder sich Blüten »wie ein Fallschirm« über die Gärten senken.
Das Thema Krieg durchzieht fast alle Texte der Liste – mindestens zwanzig Lieder sind ausdrücklich dem Krieg oder dem Sieg gewidmet. Die militärische Motivik bildet ein Kontinuum mit den lyrisch-affektiven Liedern und führt einen zweiten Modus des Patriotismus ein: die aktive Verteidigung der Heimat, die einerseits dem kontemplativen Modus entgegensteht, zugleich aber ebenso unreflexiv bleibt. Überraschenderweise verbindet sich die heroische Intonation häufig mit der lyrischen: ein Merkmal jenes spätsowjetischen Stils, den ich als »lyrischen Militarismus« bezeichnen würde – einer Ästhetik, die im Jahr 1965 mit der Einführung einer Feier zum Tags des Sieges unter Breschnew so richtig entstand. Zuvor – unter Stalin und Chruschtschow – war dieser Tag nicht groß gefeiert worden. Eines der Merkmale dieses Modus oder dieser stilistischen Haltung ist die Zerbrechlichkeit der Erinnerung an den Sieg und das moralische Gebot, sie zu bewahren – denn wir schulden es den Toten, ihrer zu gedenken. Der Memorialdiskurs besitzt daher eine nekropolitische Dimension, die selbst in lyrisch gefärbten Kontexten als unterschwelliger Sog spürbar wird: Die Ehrfurcht vor den heroischen Toten verlangt eine Stille, in der Reflexion und Sprache ausgesetzt sind. Die Toten schweigen, weil sie tot sind, und die Lebenden schweigen, weil sie auf diese Weise der Toten gedenken. Sprache ist in dieser Konstellation nicht erforderlich, denn die Toten garantieren die Einheit und Stabilität der Welt in Raum und Zeit nicht durch Worte, sondern durch Blut.
Zwei Lieder sind dem »Unsterblichen Regiment« gewidmet – einer Aktion, die 2011 in Tomsk als eine Art Basisbewegung entstand, ins Leben gerufen von lokalen Journalisten, und 2015 vom Staat vereinnahmt und in eine landesweite Bewegung überführt wurde. Der Sinn der Aktion besteht darin, dass Menschen am Tag des Sieges mit Porträts ihrer Verwandten, die an der Front gekämpft haben, auf die Straße gehen – vor allem im Zweiten Weltkrieg, inzwischen aber auch mit Bildern von Angehörigen, die im Krieg gegen die Ukraine gefallen sind. Die Aktion selbst ruft eigentümliche Gefühle hervor, da sie faktisch einen Marsch der Toten darstellt, und die Zurschaustellung eines verstorbenen Vorfahren oder Verwandten zum einzigen Sprechmodus der Lebenden wird. Die Stabilisierung der Signifikanten der Gegenwart durch Signifikate, die aus der Vergangenheit entlehnt sind, führt de facto zu ihrer Auslöschung als Zeichen: Es handelt sich um denselben spätsowjetischen Modus der Deterritorialisierung, der nun jedoch als normative Haltung erscheint. Während diese Geste bei Yurchak als Strategie des spätsowjetischen Alltagsmenschen beschrieben wird, der sich so dem Zugriff des totalitären Diskurses entzieht, indem er dessen Signifikanten reproduziert, die Signifikate jedoch dem Drift und der Transformation überlässt, entdeckt nun die heutige russische Macht – mitsamt ihrer bürokratischen Intelligenz – in genau diesem Mechanismus die Grundlage ihrer eigenen dynamischen Stabilität. Warum also nicht das Doublethink selbst zur »traditionellen Wertigkeit« erklären (und dabei – ganz im Sinne desselben Doublethink – nicht einmal zugeben, dass man es tut)?
Wessen Intelligenz?
Im Kern der Künstlichen Intelligenz liegen Schichten über Schichten von Texten, die von Menschen erzeugt wurden – in einem groben Sinne ist sie also eine Art Durchschnittsintelligenz vieler menschlicher Akteure. Wenn ich hier von der russischen bürokratischen Intelligenz spreche – wessen Intelligenz wird damit repräsentiert, wem entspricht sie? Können wir einen Typ benennen oder vielleicht sogar auf eine bestimmte Person zeigen? Meine Antwort – gestützt auf die Playlist, die diese Intelligenz hervorgebracht hat – lautet: ja. Es gibt einige Hinweise. Erstens findet sich kein einziges Lied aus der Zeit vor der Sowjetunion. Man könnte einwenden, dass ein Text vertreten sei – Puschkins Lyrik »Moskau, wie viel in diesem Klang…« –, doch sie wurde erst im 21. Jahrhundert vertont, und Puschkin wurde erst in der UdSSR in den Rang des »Hauptdichters« Russlands erhoben.
Ein weiterer Hinweis ist selbstverständlich der Siegeskult, der unter Breschnew entstand, sowie die symptomatische Lyrisierung oder Romantisierung des Krieges – eine Haltung, die den Menschen, die tatsächlich gekämpft haben, in vieler Hinsicht fremd war und ist. Dadurch verengt sich der Suchradius von den »Sowjetmenschen« im Allgemeinen auf die spätsowjetische Generation. Die entsprechende Instabilität von Bedeutungen, die Gleichsetzung von Deterritorialisierung und Reterritorialisierung, der Vorrang des gemeinsamen Schweigens vor gemeinsamem Verstehen, die Bereitschaft, mit Verschwommenheit und Unbestimmtheit von Bedeutungen zu leben, das Aufgreifen einer sentimentalen, affektierten Intonation bei gleichzeitiger Geringschätzung der Konkretheit, sowie die Neigung zum Auflisten, in der sich einerseits die Angst vor dem Vergessen (praktische Listen) und andererseits die Nostalgie nach dem fast Vergessenen bzw. Unvergesslichen (poetische Listen) ausdrückt – all dies verweist ganz eindeutig auf die späte Sowjetunion.
Als ich diesen Text zuerst auf Englisch schrieb, habe ich auch ein etwas banales Wortspiel verwendet: dass »intelligence« sowohl Intellekt als auch Geheimdienst bzw. Geheimdienstinformationen bedeuten kann. Im Deutschen funktioniert dieser Doppelsinn leider nicht. Dabei wäre es ein eleganter Weg gewesen zu zeigen, dass die »Intelligenz«, von der ich spreche, diejenige eines Geheimdienstagenten ist – einer Intelligenz, die in Andeutungen, Unausgesprochenem und Nebelhaftem arbeitet. Genau diese Art des Sprechens ist im Übrigen charakteristisch auch für Putins eigene Rhetorik. Dass die bürokratische Intelligenz Putins Tonfall nachahmt, überrascht in einer personalistischen Autokratie kaum, zumal viele Spitzenfunktionäre seiner Generation angehören. Doch es spricht einiges dafür, dass die Playlist-Macher sogar Putins bekannten Musikgeschmack einkalkuliert haben. So taucht Lube, seine Lieblingsband, gleich dreimal auf. Shaman, der 2022 auf dem Roten Platz vor Putin die Hymne sang, ist vertreten; ebenso Denis Maidanow, zugleich Duma-Abgeordneter, mit drei Songs. Oleg Gazmanov, der für seine Sowjetnostalgie bekannt ist und 2022 an Putins Krim-Annexions-Jahreskundgebung auftrat, erscheint ebenfalls dreimal. Gemeinsam mit Lube verkörpert er jenen militaristisch-nostalgischen »Patriotismus«, den der Staat heute besonders pflegt.
Der Gesamteindruck ist, dass der bürokratische Apparat, der die Liste erstellt hat, ein ungefähres Bild von Putins musikalischem Geschmack – und dem eigenen, der sich weitgehend damit deckt – vor Augen hatte. Die Frage der Loyalität und der Einbindung in staatliche oder staatsnahe Strukturen scheint bei der Auswahl der moderneren, postsowjetischen Stücke eine wichtige Rolle gespielt zu haben. Wie so vieles im heutigen Russland trägt auch diese Liste den Stempel bürokratischer Vorsicht – und genau deshalb bin ich bei der Arbeit an diesem Essay dazu übergegangen, ihren Autor als eine bürokratische Intelligenz zu beschreiben, die zwischen dem Wunsch, zu gefallen, und der Angst, in Ungnade zu fallen oder überhaupt zu viel Eigeninitiative zu zeigen, hin- und herschwankt. Aus der Gesamtzusammensetzung der Liste wird deutlich, dass ihr Fundament der sowjetische Kanon war und dass postsowjetische Interpreten nur aufgenommen wurden, damit das Verzeichnis nicht völlig hoffnungslos antiquiert wirkt. Der einzige Künstler, den man wirklich als populären zeitgenössischen Sänger bezeichnen kann, ist Shaman.
Fast schon eine Feststellung
In seinem Aufsatz »Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit« gibt Walter Benjamin implizit eine Definition von Massenkultur als ein Feld, in dem jede und jeder das Recht auf eine eigene Expertise hat. Sie ist ihrem Wesen nach demokratisch – im ursprünglichen, neutralen Sinn dieses Wortes. Genau deshalb neigen autoritäre Staaten dazu, zugleich mit ihr zu flirten und sich von ihr zu distanzieren: Sie ist eine Quelle von Popularität und Beifall, aber gleichzeitig auch riskant und unberechenbar. Ihre Instabilität ist für jene traditionellen Werte problematisch, wie ich sie zu Beginn dieses Essays beschrieben habe. Doch ein gewisses Maß an Zähmung ist durch die spätsowjetische Fähigkeit des Doublethink möglich: Solange wir beim Reden, Singen oder Hören gar nicht erst beabsichtigen, wirklich etwas zu meinen, bleibt die Kontinuität der Tradition ungestört, ›disruptions‹ werden vermieden und der Status derjenigen, die gegenwärtig an der Macht sind, nicht infrage gestellt.
Die Verwendung des sowjetischen Kanons in Kombination mit dem nekropolitischen Siegeskult trägt zweifellos dazu bei, diese Fähigkeit zu trainieren und insgesamt jenen Effekt zu erzielen. Doch letztlich gelingt es nicht vollständig: Einige Gruppen sind nicht bereit, sämtliche Aspekte des Doublethink zu übernehmen – jenes Mechanismus, der die Grenze zwischen Deterritorialisierung und Reterritorialisierung verwischt, sich also reflexiv auf Unreflexivität verpflichtet. Nachdem die Liste im August 2025 veröffentlicht worden war, wurde sie von einigen Stimmen in dem, was von der russischen Öffentlichkeit noch übrig ist – heute weitgehend auf Telegram-Kanäle beschränkt –, kritisiert. Ich spreche dabei nicht von anti-putinschen oder anti-kriegsorientierten Kommentatoren und Gruppen, die die Liste entweder verspotteten oder schlicht ignorierten. Interessanter ist vielmehr, wie sie von loyalen Gruppen kritisiert wurde, die eine deutlich geringere Toleranz für Doublespeak haben und ideologisch wesentlich klarer positioniert sind. Da es für diese Gruppen praktisch unmöglich ist, Putin direkt zu kritisieren, richten sie ihre Angriffe häufig gegen die Bürokratie – entweder weil diese seine Ideen angeblich falsch darstelle oder ihn falsch informiere, ganz im Sinne der Logik »Der Zar ist gut – die Bojaren sind schlecht.«
Die gewählte Form der Kritik richtete sich auf die Lücken – also auf das, was nicht auf der Liste stand. Da diese äußerst kurz und wenig vielfältig ist, drängt sich ein solcher Ansatz geradezu auf. Eine dieser Kritiklinien bestand darin hervorzuheben, dass Frauen massiv unterrepräsentiert sind: Es gibt kein einziges Lied, das von einer Frau gesungen wird, und nur eine sehr geringe Zahl weist weibliche (Mit-)Autorenschaft auf. Das allerdings stört das pro-putinsche Publikum kaum, denn es fügt sich in jene Geschlechterordnung, die dort als »traditionell« gilt, und harmoniert mit der insgesamt stark maskulinen Landschaft innerhalb der Lieder.
Was jedoch einige Telegram-Kommentatoren irritierte, ist die Abwesenheit vorkommunistischer oder »traditionell russischer« Lieder sowie eine Unentschiedenheit zwischen nationalistischem und imperialem Diskurs. In der schlaffen, deterritorialisierenden Doppelsprache der späten Sowjetzeit, die in der Liste reproduziert wird, waren sowohl ethnonationalistische als auch imperialstaatliche Deutungen unterdrückt und als antikommunistisch aus dem öffentlichen Diskurs ausgeschlossen. Infolgedessen war der Signifikant »Mutterland« suspendiert und für deterritorialisierte individuelle Auslegungen offen – in die eine wie die andere Richtung. Nun aber, da der Druck des kommunistischen Diskurses verschwunden ist, wäre es – so viele Kommentatoren – naheliegend, die Bedeutung dieses Zeichens endlich eindeutig festzulegen. Würde man mehr russische Volkslieder hinzufügen, neigte sich die Gleichung in Richtung Nationalismus; nähme man zaristische Lieder hinzu, ginge sie Richtung Empire. Doch die deterritorialisierte Doppelbödigkeit bleibt ungelöst – und genau das verärgert sowohl Nationalisten als auch Imperialisten, die die ›bureaucratic intelligence‹ der Inkonsequenz und Unentschlossenheit bezichtigen.
Die Zwischenstellung, die Halbheiten und die Schüchternheit, die die Liste ausstrahlt, sind zentral für das Verständnis des »Traditionellen« – jenes, das nicht gestört werden darf, des ursprünglichen, nicht-disruptiven Bestands, der vor jeder plötzlichen Bewegung geschützt werden muss. Die Flüssigkeit, die Leere, die Gleichgültigkeit des Signifikanten, der über einem Meer von Bedeutungen gleitet, ohne sich einem bestimmten Strom zu verpflichten, verweisen genau auf jene Atmosphäre, die der Putin-Staat aufrechtzuerhalten versucht. Wenn alles relativ und flüchtig ist, bleibt als Handlungsmaxime nur, sich an das zu klammern, was man bereits hat. Und jede Aussage bleibt am wirkungsvollsten, wenn sie einen Schritt vor der vollständigen Bedeutung stehen bleibt, wenn sie »fast schon eine Feststellung« ist – elegant der Falle entgehend, tatsächlich einen endgültigen Sinn zu produzieren. Dieser ideologische Modus, der zugleich kokett und distanziert ist, passt natürlich schlecht zur Popkultur, die voller starker gerichteter Affekte, Brüche und Experimente steckt. Deshalb wirkt die Liste so unbeholfen und uninteressant; aber vielleicht ist das ja gerade der Punkt: die bürokratische Intelligenz, die den Abschnitt »Lieblingsmusik« in ein Tinder-Profil einträgt – in der stillen Hoffnung, dass niemand nach rechts wischt.